Schützenverein
Volpriehausen von 1906 e. V.

History

Der Schützenverein Volpriehausen von 1906 e. V. kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die auch älter sein muß als die Jahreszahl 1906 in seinem Namen, wie eine Königsscheibe aus dem Jahre 1904 beweist, die bei uns im Schützenhaus hängt. Der Verein hatte in der Zeit vor 1906 schon eine Schießhalle und genügend Stände, d. h. drei 50 m, drei 175 m- Stände und eine Wildscheibe auf 60 m. Er brachte so gute Voraussetzungen mit, dass sich die umliegenden Ortschaften, die diese Schießstände nicht zur Verfügung hatten, zu einer Gemeinschaft zusammenschlossen, um auf den Ständen in Volpriehausen ihre Schießveranstaltungen durchzuführen.                                                          
Da sämtliches Aktenmaterial, Gründungsprotokolle oder ähnliche Unterlagen, die Jahrzehnte nicht überlebt hatten, ist es also müßig, für die Entstehung des Schützenvereins Volpriehausen ein bestimmtes Jahr zu nennen.
Das Jahr 1906 wurde als Gründungsjahr angenommen und als Teil der überarbeiteten Satzung von 1963 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Uslar eingetragen. Erst später wurde durch einen Zufall noch eine Königsscheibe aus dem Jahre 1904 entdeckt, die als Boden einer Kartoffelkiste diente.

                                                            
Scheibe 1904                      
Der Gutsbesitzer Hermann Harriehausen war der erste Vorsitzende des Schützenvereins Volpriehausen. Er hat in Anbetracht der Bedeutung des Schießsports den Grund und Boden am Volperberg kostenfrei zur Verfügung gestellt. Unter seiner Leitung kam der Schießsport zur vollen Blüte. Die Zahl der Mitglieder nahm ständig zu. Nicht nur Volpriehäuser Bürger sondern auch Schießbegeisterte Bürger aus den Nachbarorten Schlarpe, Gierswalde und sogar aus Uslar schlossen sich dem Verein an. Innerhalb kurzer Zeit hatte der Verein 15 Großkaliberbüchsen. Um allen Mitgliedern die Gelegenheit zum Trainingsschießen zu geben, wurde nicht nur auf eine Entfernung von 50 bzw. 175 Meter, sondern auch auf die Wildscheibe geschossen. Das Vereinsleben blühte, der Mitgliederstand war bis auf 40 Schützen angestiegen.

Am 15. Oktober 1913 wurde in Volpriehausen der Solling- Schützenbund gegründet. Er war der erste Kreisverband überhaupt. Viele umliegenden Vereine traten ihm spontan bei.
Der 1. Weltkrieg brachte den Schießbetrieb und die Vereinstätigkeiten zum Erliegen. Fast alle Mitglieder wurden zu den Waffen gerufen. Es kehrten leider damals nicht alle zurück - so auch der erste Vorsitzende des Schützenvereins Volpriehausen Hermann Harriehausen. Er fiel als Oberleutnant 1917. Sein Nachfolger wurde der Kaufmann Wilhelm Bödcher (1918-1927). Nach dem Krieg wurde erst 1922 der Schießbetrieb wieder aufgenommen, da er vorher verboten war. Die baulichen Anlagen am Volperberg, d. h. die Schützenhalle und alle Anzeigerdeckungen, waren restlos zerstört. Das Material war verschwunden.

Anlässlich der Jahreshauptversammlung 1927 wurde beschlossen, ein neues massives Schützenhaus zu bauen. Bis zur Fertigstellung des Schützenhauses wurde der Schießsport in einem vom damaligen Kaliwerk „Wittekind" gestifteten Wiegehäuschen behelfsmäßig gepflegt. Der Neubau wurde dem Maurermeister Ahrend aus Sohlingen übertragen und die Tischlerarbeiten vom Tischlermeister Karl Klinge durchgeführt. Die Baukosten betrugen 4.400,- RM. Um die Finanzierung zu sichern, mußte jedes Mitglied einen Betrag von 150,- RM bereitstellen. Da einige Schützenbrüder nicht zahlungskräftig waren, erklärte sich der erste Vorsitzende Bödcher bereit, die Zahlungen zu übernehmen. Leider bekam er das Geld nicht wieder, so dass er den Vorsitz des Schützenvereins niederlegte und aus dem Verein austrat.

 Sein Nachfolger als erster Vorsitzender wurde Wilhelm Müller (1928-1957). Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges hatte der Schießsport eine besondere Bedeutung erhalten. Durch die übergeordneten Behörden und im Rahmen des Reichssportbundes wurde der Schießsport in jeder nur erdenklichen Weise gefördert, der damaligen Zeit entsprechend, als Wehrertüchtigung eingestuft und somit auf breiter Basis gepflegt. Leider kann aus den Jahren bis 1939 nichts berichtet werden, da alle Protokolle aus diesem Zeitraum abhanden gekommen sind. Während des Krieges wurde die Waffenwerkstatt II (Muna), Hannover nach Volpriehausen verlegt. Der Schießstand wurde von der Wehrmacht beschlagnahmt, das Schützenhaus zum Einschießen von Pistolen, Gewehren, Maschinengewehren und zur Lagerung von Munition benutzt.

Nach dem Einmarsch der Amerikaner in Volpriehausen wurde am 14. April 1945 das Schützenhaus angezündet und vollständig eingeäschert. Im Jahre 1945 wurden die Schützenvereine durch die Siegermächte verboten. Auch der Schützenverein Volpriehausen mußte die guten alten Scheibenbüchsen und KK-Gewehre abliefern. Das Vereinsvermögen wurde von der Militärregierung beschlagnahmt.

Unter den gegebenen Umständen des Waffenbesitzverbots der Besatzungsmächte ruhte auch die Arbeit des Schützenvereins Volpriehausen bis 1952. Nachdem nun der Schießsport wieder ausgeübt werden durfte, rührten sich die alten Schützen und schießsportbegeisterten Bürger, um den alten Schützenverein neu zu gründen. Im Februar 1952 trafen sich die ersten zehn Schützen zu einer Besprechung. Bereits am 1. März 1952 fand die Gründungsversammlung im Gasthaus „Zur Linde" (Anthon) statt. Gleichzeitig wurde der wiedergegründete Verein beim Schützenverband Niedersachsen als neues Mitglied angemeldet. Die Mitgliederzahl stieg von 10 auf .33 Schützenbrüder. Im ersten Jahr fanden an zwanzig Tagen Übungsschießen und ein Preisschießen statt. An Einnahmen konnten 912, 27 DM verzeichnet werden. Die Zeit bis zur Abgabe eines gezielten Schusses auf einen richtigen Scheibenstand lag noch in weiter Ferne. Aber der Anfang war gemacht. Der Eigentümer des Geländes der Gutsbesitzer und Schützenbruder Friedrich Füllberg, stellte mit seinem Schreiben vom 11. März 1952 dem Schützenverein Volpriehausen den Grund und Boden unentgeltlich wieder zur Verfügung. Um den geliebten Schießsport ausüben zu können, brauchte der Verein aber unbedingt ein Kleinkaliber- Gewehr und eine Anzeigerdeckung auf 50 Metern. Mit vielen guten Vorsätzen und freiwilligem Einsatz aller damaligen Mitglieder wurde eine Schießbahn von 6 m Breite und 50 m Länge sowie die Anzeigerdeckung geschaffen. Nachdem der Verein ein Walter KK-Gewehr gekauft hatte, diente für das Auflageschießen ein in die Erde gerammter Vierkantpfahl und für das Liegendschießen eine ausgediente Krankentrage.

Um den Schützen nun auch einen Wind- und Wetterschutz zu bieten, wurde eine in Bollensen zum Abbruch stehende Holzbaracke gekauft. Dieses Haus wurde am Volperberg aber nicht mehr aufgestellt, da in der Zwischenzeit beschlossen wurde ein massives Schützenhaus zu bauen. Dank der finanziellen Unterstützung des Fabrikanten Ernst Buder und unter der Leitung des Schützenbruders Gottfried Klier wurde das Haus in einjähriger Bauzeit zum 50jährigen Bestehen des Vereins vollendet. Dieses Schützenhaus konnte am 20. Mai 1956 anlässlich des Schützenfestes durch den Präsidenten des Solling- Schützenbundes Otto Kiso in einem feierlichen Festakt seiner Bestimmung übergeben werden. Zum Andenken an den im 1. Weltkrieg gefallenen ersten Vorsitzenden Hermann Harriehausen erhielt das Schützenhaus den Namen „Hermannsstand". Zum Schützenfest konnte der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden. Die Beteiligung der Schützen am Kleinkaliber- Übungsschießen nahm ständig zu. Die inzwischen neu angeschaffte Vereinsfahne wurde bereits am 28. Mai 1955, anläßlich des Schützenfestes, vom Präsidenten des Solling- Schützenbundes mit dem Banner des SSB feierlich geweiht. Gleichzeitig wurden die Schützenbrüder Gottfried Klier, Ernst Buder, Wilhelm Müller und Friedrich Füllberg zu Ehrenmitgliedern ernannt, da sie sich um das Schützenhaus sehr verdient gemacht hatten. Am 28. Dezember 1957 beging in körperlicher und geistiger Frische der Erste Vorsitzende Wilhelm Müller seinen 80. Geburtstag. Er wurde von vielen Persönlichkeiten geehrt und seine Verdienste für den Schützenverein Volpriehausen hervorgehoben. Aus gesundheitlichen Gründen legte er aber am 12. Januar 1958 sein Amt nieder. Für seine hervorragende 30jährige Arbeit als Erster Vorsitzender und seine Verdienste um den Schützenverein wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zu seinem Nachfolger wurde Bruno Steckel gewählt.

Bruno Steckel legte besonderen Wert auf den eigentlichen Zweck des Vereins - das Schiessen. Unter seiner Leitung, nicht nur als Erster Vorsitzender, sondern auch als Schießwart, konnten in den sechziger Jahren bei den Bundeswettkämpfen und Kreismeisterschaften sowie beim Bundesketten- und Pokalschießen hervorragende Leistungen erzielt werden. Auch die geselligen Veranstaltungen der Schützengemeinschaft kamen nicht zu kurz. So wurden jedes Jahr Schützenbälle und andere Veranstaltungen durchgeführt. Auch die Veranstaltungen anderer Vereine des Solling- Schützenbundes wurden rege besucht.

Auf der Jahreshauptversammlung am 11. Januar 1959 wurde beschlossen, daß der jeweilige Schützenkönig die Königswürde erst nach einer Pause von einem Jahr wieder erringen kann. Die Aufwandsentschädigung an den König wurde deutlich angehoben, denn jedes Mitglied des Vereins sollte unabhängig von seinem Einkommen unbeschwert auf die Königsscheibe schießen können. Nach einigen Hinweisen aus der Bevölkerung wurde dem Verein 1964 das "Gelände am Volperberg“ streitig gemacht. Nach mündlichen und telefonischen Verhandlungen mit der Grundstückseigentümerin, Frau Schilling, erklärte sie sich bereit, dem Verein das Gelände weiterhin zur Verfügung zu überlassen. Nach einer Besichtigung und unter Hinzuziehung eines Rechtsanwalts kaufte der Verein 1964 das Flurstück von ca. 900 m².
Im selben Jahr wurde eine Jungschützenabteilung gegründet und durch freiwillige Spenden ein neues Luftgewehr und eine Luftpistole angeschafft. Betreuer dieser neuen Abteilung wurde Reinhold Leibecke.
Am 5. August 1964 verstarb unser langjähriger Erster Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Wilhelm Müller. Eine Abordnung des Vereins hat an der Trauerfeier in Lehrte teilgenommen und ihm das letzte Geleit gegeben.
Da sich im Laufe der Jahre erhebliche Witterungsschäden an den Quer- und Seitenblenden und auch an der Anzeigerdeckung gezeigt hatten und diese somit den Sicherheitsbestimmungen nicht mehr entsprachen, mußten Teile erneuert werden. Am Schützenhaus und den Schießständen waren weitere Verbesserungen notwendig. Das Dach des Hauses mußte neu eingedeckt und isoliert werden. Es war ein arbeitsreiches Jahr. Nur durch Mühe, Fleiß und finanzielle Opfer sowie intensives Handanlegen von einigen Schützenbrüdern wurde die Arbeit in mehreren Bauabschnitten durchgeführt.
Die Hoffnung der Schützenbrüder für den 1945 zerstörten Schießstand den schon anerkannten Schaden von 1.200,- DM zu erhalten wurde von der Regierung in Hildesheim in einer mündlichen Verhandlung in Göttingen zerschlagen. Der größte Wunsch des Vereins, einmal in den Besitz der Bundeskette zu kommen, ging anläßlich des Schützenfestes in Moringen am 11. Juni 1967 in Erfüllung. Die Schützen Bruno Steckel, Herbert Förstermann und Willy Gertig konnten zum ersten Mal seit der Gründung des Solling- Schützenbundes die Wanderkette für den Schützenverein Volpriehausen erringen. Im Zuge des Umbaus, den der Vereinswirt Bernhard Anthon an seinem Saal vornahm, wurde vom Verein der Luftgewehrstand modernisiert und gleichzeitig auf fünf Stände erweitert. Das Übungsschießen konnte während der Umbauzeit auf den grosszügigerweise vom Kyffhäuserverein zur Verfügung gestellten Ständen durchgeführt werden.

Im Jahre 1968 wurde der Verein mit der Durchführung der Luftgewehr- und Luftpistolen- Kreismeisterschaften beauftragt. Daran nahmen 57 Mannschaften mit 223 Einzelschützen des SSB teil. Dank der Hilfe einiger Schützenbrüder verlief das Schiessen reibungslos und wurde ein voller Erfolg. Kreisschützenkönig der Junioren wurde unser Schütze Bernd Schlemme. Die Luftpistolenmannschaft erzielte den 2. Platz.

Das Gebrauchspistolenschießen wurde in der Zwischenzeit als neue Disziplin in das Schießprogramm aufgenommen. Der Wunsch der Pistolenschützen nach einem Pistolenstand und einem Anbau von 6 mal 8 m an das Schützenhaus blieb einige Jahre unerfüllt. Es mangelte nicht am guten Willen, sondern am Geld. Nach reiflichen Überlegungen in vielen Zusammenkünften und Vorstandssitzungen fanden sich dann einige Schützenbrüder, die die Verantwortung und die Bauleitung des Erweiterungsbaus übernahmen. Es mußten als erstes 200 m Boden bewegt werden. Dank der Unterstützung unserer Schützenbrüder Albert Hamann und Heinrich Teske wurde diese schwere Arbeit mit Bagger und Planierraupe bewältigt. Um die Kosten möglichst gering zu halten, wurde beschlossen, den Bau in Eigenleistung zu errichten und jedes Vereinsmitglied verpflichtet, einen Tag beim Bau zu helfen oder den Arbeitslohn zu zahlen. Die anfangs gute Beteiligung ließ nach Monaten nach. Nur unter dem grossen Einsatz einiger weniger Schützenbrüder, die zum Teil ihre Freizeit und den Jahresurlaub opferten, konnte der Bau zum Abschluss gebracht werden. Trotz allem Fleiß dauerte es aber noch bis 1969, bis der Pistolenstand fertig war. Da die Arbeiten schon vor Weihnachten beendet waren, konnte die Luftgewehrschießanlage vom Vereinslokal Anthon auf dem Hermannsstand installiert und das Luftgewehr- Schießen erstmalig am 18. Januar 1970 hier durchgeführt werden. Auf der Jahreshauptversammlung am 5. April 1968 schied unser langjähriger Vorsitzender Bruno Steckel auf eigenen Wunsch aus. Sein Nachfolger wurde sein Stellvertreter Willy Gertig. Die Versammlung zollte dem ausscheidenden Vorsitzenden Dank und Anerkennung für die Verdienste, die er für den Schützenverein geleistet hat.

Nach Verhandlungen mit der EAM erhielt der Verein 1970 endlich den lang ersehnten elektrischen Anschluss. Nun war man in der Lage, den Schießbetrieb mit einer Gehmann- Anlage zu modernisieren. Bei einer Standbesichtigung durch den

Schießstandsachverständigen aus Hildesheim wurden die durch Sturmschäden zum Teil eingefallenen Seitenblenden beanstandet, da sie den Sicherheitsbestimmungen nicht mehr entsprachen. Dem Verein wurde zur Auflage gemacht, eine Stützmauer von 40 m Länge und einer Höhe von 2 m an der Westseite des Standes zu errichten. Auf der Jahreshauptversammlung am 26. Februar 1977 wurde Fritz Hillebrecht zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Sein Vorgänger Willy Gertig schied aufgrund eines Wohnungswechsels nach Goslar aus seinem Amt aus. Auf der gleichen Jahreshauptversammlung wurden mehrere Bauabnahmen beschlossen, die im gleichen Jahr in Angriff genommen wurden. So sollte das Schützenhaus einen Anbau von 10 m mal 6,50 m erhalten. Dadurch wurde der Luftgewehr- Stand ins Haus verlegt, sodass sich die Schießbedingungen verbesserten. Ferner wurde der Anbau einer Küche und sanitäre Einrichtungen beschlossen. Die Bauabnahmen, die in drei Bauabschnitten geplant waren, sollten bis Mitte 1978 abgeschlossen werden. Nachdem die eingereichten Bauzeichnungen und Pläne vom Kreisbauamt genehmigt waren, konnte der Verein mit dem Anbau beginnen. Es wurde ein arbeitsreiches Jahr, denn mit den finanziellen Mitteln des Vereins konnte das Bauprojekt nicht durchgeführt werden. So mußten alle Schützenbrüder in ihrer Freizeit ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Durch den unermüdlichen Einsatz einiger Schützenbrüder konnte der Umbau nach 11/2 jähriger Bauzeit im August 1978 beendet werden. Da die Arbeiten für die Installation von Wasser und Abwasserbeseitigung mit viel Erdbewegung verbunden waren, wurden diese nicht in Eigenleistung, sondern maschinell durch die Fa. Meyer, Schönhagen, zum Abschluss gebracht. Nachdem die finanziellen Mittel erschöpft waren, mußte der Verein für dieses Projekt sein erstes Darlehen von 10.000,- DM aufnehmen. Nach der Baupolizeilichen Abnahme wurde das Schützenhaus mit seinen modernen sportlichen Anlagen am 9. September 1978 durch den Präsidenten des SSB, Fritz Nolte, in einem feierlichen Festakt seiner Bestimmung übergeben. Zur Einweihungsfeier waren ausser den örtlichen Vereinen der gesamte Solling- Schützenbund und der Schützenverein                        „1. Kompanie Altes Dorf" aus Holzwickede erschienen. Auf der Generalversammlung 1981, die aus Anlass des Schützenfestes in den September verlegt worden war, wurde Adolf Gronemann zum neuen Ersten Vorsitzenden gewählt. Sein Vorgänger Fritz Hillebrecht stand aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Auch unter der neuen Führung wurden die Arbeiten am und um das Schützenhaus nicht vernachlässigt. So wurde aus dem ehemaligen Freisitz „Steckels Ruh" ein schöner Konferenzraum, der vom Verein gut genutzt werden sollte. 1984 wurde der Vorplatz des Schützenhauses und die Zufahrt, soweit sie Eigentum des Vereins war, mit Pflastersteinen versehen. Diese Arbeiten wurden alle in eigener Regie ausgeführt, um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten.

Längst fällig war eine Duellanlage für unsere Pistolenschützen. Diese hatten schon lange darauf gespart, nur wurde das ersparte Geld immer für andere Zwecke genommen, wie z. B. für die Erhaltung der vorhandenen Bausubstanz. 1986 war es dann aber soweit. Eine moderne, elektronisch gesteuerte erste 5- Scheiben- Duellanlage wurde installiert. Diese Investition hatte eine gute belebende Wirkung auf unsere Pistolenschützen, welche inzwischen zahlreiche Erfolge bei Meisterschaften erringen konnten.
Auch im Jahr 1987 ging der Aufbau weiter. Der Innenraum des Schützenhauses wurde neu gestaltet und erhielt neben einer neuen Theke auch eine getäfelte Decke sowie einen gefliesten Fussboden. Finanziert wurde dieses z. T. aus einer Sammlung unter den aktiven Mitgliedern.

Anläßlich der Jahreshauptversammlung 1987 wurde der Schützenbruder Bruno Steckel zum Ehrenvorsitzenden ernannt und mit einer Urkunde ausgezeichnet. Er hat sich nicht nur als langjähriger Erster Vorsitzender, sondern auch später als erster Schießleiter voll für den Verein eingesetzt.

Auch der Schützenbruder Willy Gertig, der von 1968 bis 1976 Erster Vorsitzender des Schützenvereins war, erfuhr diese Auszeichnung auf der Jahreshauptversammlung 1988. Gewürdigt wurde vor allem sein Einsatz während der Um- und Anbauphase des Schützenhauses.

Nach dem nun das Schützenhaus soweit in Ordnung gebracht worden war, konnten auch für den Schießbetrieb Geldmittel bereitgestellt werden. Nach und nach wurden einige Sportwaffen günstig erworben, sodass nun für fast alle Wettbewerbe vereinseigene Waffen zur Verfügung standen.

Der Schützenverein feierte seinen 85jährigen Geburtstag mit einem großen Zeltfest. Laut Presseberichten und auch unserer Meinung nach war es ein Fest der Superlative. Unterstützt von allen Vereinen des Ortes und den Nachbardörfern, dem Solling- Schützenbund auch mit unseren Schützenbrüdern aus Holzwickede, konnten wir auf eine gute Beteiligung blicken. Grossen Anteil am Gelingen des Festes hatte unser Schützenbruder Rudi Oldenburg, der als Festausschussvorsitzender alle Fäden in der Hand hatte. Eine Travestieshow, die unser Schützenbruder Gerion Büscher gesponsert hatte, rundete das Fest ab. Weiter ging es mit unseren Bauprojekten. Wir brauchten eine neue Scheibenzuganlage. Also wurde mit dem Bau begonnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten durch Schießsachverständige, gelang es uns, diese 1994 in Betrieb zu nehmen. Der Schießbetrieb nahm wieder zu und gute Ergebnisse auf Kreisebene wurden erzielt. Also eine gute Investition.

Im Jahre 1996 wurde der Pistolenstand zugleich mit dem Überbau des Schützenhausdaches gemacht. Nach Abnahme des Sachverständigen war auch dieser wieder auf den neuesten Stand.

Da wir in diesem Jahr 85 Jahre alt waren wurde unser Königsschiessen etwas grösser mit einer kleinen Geburtstagsfeier abgeschlossen.

1999 wurden die Blenden am Pistolenstand neu gebaut, so daß sie auf Jahre hinaus halten werden. Nur die Instandsetzung unseres Grundstücks wird uns noch weiter beschäftigen. Unser Dach war das nächste, welches auf uns zu kam. 2001 konnten wir auch dieses Problem mit Sponsorenhilfe lösen.

Dank einiger Schützenbrüder konnten wir dann auch unser Parkplatzproblem lösen. Wir mußten einen Teil des Pflasters aufnehmen, den Untergrund begradigen und die Steine wieder hinlegen.
Auch in sportlicher Hinsicht gab es einen Aufschwung. Dank guter Arbeit unserer Schießleiter und einiger in unserem Verein befindlichen Talenten, konnten wir gute Erfolge erzielen. Als Vorsitzender würde ich mich freuen wenn dieser Höhenflug sich fortsetzen würde.

Als letzte Bauabnahme 2005 mußte noch das defekte Dach des Pistolenstandes erneuert werden. Dieses erledigten in Eigenleistung einige Schützenbrüder. Wir werden auch in Zukunft weiter an unserem Eigentum arbeiten müssen, um es zu erhalten. Mag dieses oder jenes vielleicht für den Verein Bedeutungsvolle unerwähnt geblieben sein fest steht, daß sich der Schützenverein nicht nur schießsportlich auszeichnet, sondern auch ein Ort der Geselligkeit ist. In der Zwischenzeit wird der Schützenverein weiterhin bemüht sein, den Schießsport zu fördern und die Kameradschaft zu pflegen. Unser Dank gilt allen denen, die sich um das Volpriehäuser Schützenwesen verdient gemacht haben. Es bleibt zu wünschen, dass sich immer ein Verantwortungsbewußter Vorstand findet, dem gute Schützenbrüder zur Seite stehen, damit es im Verein weiter aufwärts geht.

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